Heilpilze bei Krebs
Die am besten untersuchten „Heilpilze“ in der komplementären Onkologie sind vor allem
# Coriolus (Trametes) versicolor (Turkey Tail):
Polysaccharid‑Komplexe wie PSK und PSP zeigen in vitro, in vivo und in einigen klinischen Studien immunmodulierende und antitumorale Effekte; Reviews (u. a. MD Anderson) berichten teils verlängerte Überlebenszeiten in Kombination mit Chemo‑/Radiotherapie, v. a. bei gastrointestinalen Tumoren und bronchialen Karzinomen. In Japan ist PSK seit Jahrzehnten als Adjuvans bei bestimmten Karzinomen zugelassen.
# Maitake, (Grifola frondosa)
In Tiermodellen und kleineren klinischen Studien werden Aktivierung von NK‑Zellen, T‑Zellen und Makrophagen sowie mögliche Reduktion von Chemo‑Nebenwirkungen (z. B. Cisplatin‑bedingte Knochenmark‑ und Nierentoxizität) beschrieben. Er wird komplementär u. a. bei Brust‑, Prostata‑ und GI‑Tumoren eingesetzt, Daten zur harten Endpunktwirksamkeit sind aber begrenzt.
# Reishi (Ganoderma lucidum)
Enthält Triterpene und Beta‑Glucane mit immunmodulatorischen und möglichen antiproliferativen Effekten; in Asien wird er u. a. bei hormonabhängigem Mammakarzinom komplementär verwendet. Reviews beschreiben hepatoprotektive Effekte und Einsatz bei hepatotoxischer Chemotherapie oder Lebermetastasen sowie Verbesserungen von Lebensqualitätsparametern wie Fatigue und Infektanfälligkeit.
# Agaricus blazei, (Agaricus subrufescens)
In der Literatur als immunstimulierender Pilz mit Beta‑Glucanen beschrieben; einige Studien untersuchten ihn bei soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien, meist als Zusatz zur Standardtherapie. Die Datenlage zu harten klinischen Endpunkten bleibt allerdings heterogen und limitiert.
Daneben in geringerem Umfang Shiitake, Hericium, Cordyceps und Polyporus.
Wichtig: Sie gelten als komplementäre, nicht als kurative Krebstherapie, und Leitlinien sehen derzeit keine gesicherte antitumorale Wirksamkeit beim Menschen.
Shiitake (Lentinula edodes): Lentinan (ein isoliertes Polysaccharid) zeigt in Studien immunmodulatorische und antitumorale Effekte und wird in Japan ergänzend bei bestimmten Tumorarten eingesetzt; als Nahrungsergänzung ist die Datenlage beim Menschen aber schwach.
Hericium, Cordyceps, Polyporus: Diese Pilze werden v. a. zur Unterstützung von Darm‑Schleimhaut, Nervenfunktion, Energie/Fatigue oder Ödem‑Problematik eingesetzt; Studien zu eindeutigen antitumoralen Effekten sind deutlich dünner als bei Coriolus/Maitake/Reishi.
VORSICHT! hochdosierte Extrakte können auch Nebenwirkungen oder Interaktionen (z. B. mit Chemo‑Protokollen, Antikoagulanzien) haben und sollen daher nur in Absprache mit Onkolog:innen eingesetzt werden.
Reduktion von Chemo‑assoziierter Fatigue, Infektanfälligkeit, Schleimhautschäden, Unterstützung der Rekonvaleszenz, ggf. immunmodulatorische Begleitung.
TCM‑/Mykotherapie‑Zentren und integrativ arbeitende Praxen verwenden diese Pilze unter engmaschiger Kontrolle gezielt als Adjuvans.